Spritzgießverfahren sind in der Kunststofftechnik weit verbreitet. Auf solchermaßen hergestellte Teile Elektronik aufzulöten, war bisher jedoch kaum möglich: Die hohe Löttemperatur sprach dagegen. Eine Lösung könnten «elektronenstrahlenvernetzte thermoplastische Kunststoffe für flexible Schaltungsträger» bieten: Mit dieser Technik beschäftigt sich der LfK.
Strahlentechnik erweitert die thermischen Einsatzgrenzen, haben die Mitarbeiter am Uni-Lehrstuhl um Professor Ernst Schmachtenberg herausgefunden. Nun soll der «Technologietransfer» zum Mittelständler nach Obermichelbach stattfinden. Auf dem Programm eines Forschungsprojekts steht in den nächsten 36 Monaten die Entwicklung «strahlenvernetzter Flexfolien in Hybridgehäusen».
«Wir wollen lieber mit der Wirtschaft zusammenarbeiten und nicht nur unserer Pflicht nachkommen, wissenschaftliche Veröffentlichungen zu schreiben», nennt Lehrstuhlchef Schmachtenberg einen Grund für die Kooperation. Was Gassmann-Geschäftsführer Andreas Munkert in diesem Fall ganz recht ist: Seine Firma «versucht, durch Hochtechnologie Einzigartigkeit zu erreichen. Da wollen wir hin» – und raus aus dem Preiskampf mit der Konkurrenz ums billigste Kunststoffgehäuse. Denn «momentan sind wir nur einer von vielen», weiß Munkert.
Günter Gabsteiger, CSU-Landtagsabgeordneter aus Cadolzburg, ist sichtlich erfreut über die Kooperation. Damit mehr Mittelständler den Mut bekommen, mit Uniforschern zusammenzuarbeiten, schlägt er vor, ein «Symposium Mittelstand-Uni» auf die Beine zu stellen. Bei Gassmann und LfK fand er dafür bereits jetzt großes Interesse. Doch zuerst beginnt die harte Projektarbeit: Bis im Oktober 2010 der Abschlussbericht geschrieben wird, werden Gassmann und LfK über eine Million Euro in die Forschung stecken. 50 Prozent davon kommen vom Bayerischen Wirtschaftsministerium. Der 70-Mitarbeiter-Betrieb aus dem Landkreis Fürth und der Lehrstuhl mit 50 Forschern haben Zuschüsse für ein Verbundvorhaben beantragt – und nun den vorzeitigen Maßnahmenbeginn bewilligt bekommen.
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